Das neue Konzept des achtjährigen Gymnasiums mit dem so genannten W-Seminar macht es notwendig, dass auch Lehrkräfte im Fach Religionslehre ihren Schülerinnen und Schülern die Grundzüge wissenschaftlichen Arbeitens vermittlen können. Wenn nun aber die eigene wissenschaftliche Tätigkeit schon einige Jahre zurück liegt, ist man bestimmt dankbar für die vielen Handreichungen, die man in dieser Hinsicht im Internet findet, insbesondere auf Universitäts-Websites. Einige ausgewählte Beispiele finden Sie unten.
Zwei wichtige Vorüberlegungen speziell für gymnasiale Seminararbeiten:
Es herrscht in der "scientific community" ziemlich breiter, auch internationaler Konsens, dass Wikipedia-Artikel - unabhängig von ihrer manchmal beachtlichen Qualität - in wissenschaftlichen Arbeiten nicht zitiert werden sollten. Nicht wenige halten Wikipedia wegen ihrer leichten Manipulierbarkeit (vgl. z. B. http://www.zeit.de/online/2009/08/guttenberg-bildblog-namensfaelschung) sogar für generell nicht zitierfähig. Mögen die Schüler bisher z. B. bei Referaten mit Wikipedia gearbeitet haben: In Seminararbeiten sollten diese Artikel allenfalls für eine erste Orientierung dienen. (Zum Beispiel die in den Fußnoten vieler Wikipedia-Artikel aufgeführten Primärquellen.)
Insbesondere jüngere Gymnasialkollegen mit hoher Computeraffinität sehen manchmal, allerdings ganz im Gegensatz zu Hochschullehrern, kein Problem darin, wenn eine Seminararbeit - wohl aus pragmatischen Gründen - ausschließlich unter Verwendung von oftmals auch noch namentlich nicht gekennzeichneten Internetquellen angefertigt wurde, obwohl gleichzeitig qualitätsgeprüfte Printquellen zur Verfügung stehen würden.
1. Wissenschaftliches Arbeiten generell
Werner Stangls Arbeitsblätter
http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/ArbeitsblaetterWissen.html
Dr. Werner Stangl, vom Institut für Pädagogik und Psychologie der Johannes
Kepler Universität, Linz, bietet hervorragend strukturierte Arbeitsblätter
zu allen Facetten wissenschaftlichen Arbeitens. - Sehr empfehlenswert!
Die Universitätsbibliothek Düsseldorf bietet unter
folgender Adresse
http://www.ulb.hhu.de/informationskompetenz/wissenschaftliches-arbeiten.html eine schöne Übersicht über
online verfügbare Materialien zum richtigen wissenschaftlichen Arbeiten. Dort
gibt es Links u. a. zu folgenden Themenkreisen:
generelle Hinweise für das Vorgehen beim Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit,
konkrete Zitierregeln,
Tipps für Studier- und Arbeitsweise,
Hinweise zum richtigen Abhalten von Referaten und Präsentationen
Tipps zur Arbeit mit der Textverarbeitungssoftware Word und vieles mehr.
Übersichtlicher angeordnet, wenn auch nicht so
detailliert sind die Hinweise auf
http://www.wissenschaftliches-arbeiten.org - einer Website, die nach
Angaben im Impressum von mehreren ehemaligen Studenten betreut wird, um
insbesondere Studienanfängern eine Anlaufstelle für Fragestellungen im
Zusammenhang mit der Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten zu liefern.
Enrico Bischoff
Leitfaden für das Schreiben einer
wissenschaftlichen Arbeit - www.arbeitschreiben.de
2. Literatur-Recherche
Eine ganz entscheidende Komponente bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit, ist die Fähigkeit, sich mit entsprechender qualitativ gesicherter Literatur zu versorgen.
Eine Aufstellung einer Reihe von Links zu einschlägigen
Online-Katalogen von Bibliotheken (z. B. für die Fernausleihe über die örtliche
Bücherei), einem Dokumentlieferdienst, der bequem die gewünschten Buch- und
Zeitschriftenaufsätze per E-Mail nach Hause schickt, Zeitschriften-Datenbanken
und auch Anbietern von elektronischen Volltextbüchern im Internet finden Sie auf
der Seite Literatursuche.
3. Wissenschaftliches Arbeiten speziell im Fach Theologie:
Freunde knapper und sehr stark verdichteter Informationen
finden in dem Leitfaden des Kirchenhistorikers Manfred Heim (Uni München)
einen Leitfaden, der ausgedruckt etwa 6 Wordseiten umfasst:
http://www.kaththeol.uni-muenchen.de/lehrstuehle/kige_bayerisch/wiss_arbeit/index.html
Sein evangelischer Kollege Harry Oelke (ebenfalls LMU
München) gibt folgende Kurzhinweise:
http://www.evtheol.uni-muenchen.de/studium/leben/formale_gestaltung/index.html
Ausführlicher (29 PDF-Seiten) beschäftigt sich
eine Handreichung der Dozenten des Kurses Einführung in das wissenschaftliche
Arbeiten der Fakultät für Kath. Theologie an der LMU München mit dem Thema.
Die " Hinweise zum Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten" sind unter folgender
Adresse erhältlich:
http://www.kaththeol.uni-muenchen.de/lehrstuehle/dogmatik/personen/kuensberg/wiss_arb_08-09.pdf
4. "Abschreiben gilt nicht!" - Verhindern bzw. Aufspüren von Plagiaten in Schülerarbeiten
Eine wahre Fundgrube ist das Plagiat-Portal von Prof. Dr. Debora Weber-Wulff (Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin), einer ausgewiesenen Spezialistin in Sachen Plagiat und Plagiatsbekämpfung:
Man findet hier u. a. eigene Lerneinheiten, um sich strukturiert in die Materie einzuarbeiten, Vorstellung und Besprechung von Antiplagiatssoftware sowie Links und Literaturempfehlungen.
Ich selbst lasse meine Schülerinnen und Schüler die Seminararbeiten bei mir nicht nur in gedruckter, sondern auch in digitaler Form (per E-Mail oder USB-Stick) abgeben, um diese dann mit einer Anti-Plagiatssoftware auf nicht korrekt belegte Übernahmen aus dem Internet zu überprüfen. Außderdem lasse ich mir von jedem zitierten gedruckten Werk zum Beweis der Tatsache, dass der Verfasser diese Quelle auch tatsächlich mindestens
Allein diese Ankündigung wirkt schon sehr disziplinierend auf eine korrekte Arbeitsweise, schützt aber natürlich nicht davor, dass man trotzdem noch auf verschiedenen Wegen ausgetrickst werden kann:
Gegen Tricksereien dieser Art hilft nur eine sehr spezielle Themenstellung in Verbindung mit einer eingehenden Betreuung des Fortschritts der Arbeit durch die Seminarlehrkraft sowie die Einsicht, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gegen Plagiate gibt.
© Sebastian Schuhbeck, Bayer. Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht ( 1998-2012 ) - Alle Rechte vorbehalten!
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