InfoSCHUL 3 Sachbericht
Chiemgau-Gymnasium, Traunstein
Projektleiter: OStR Sebastian Schuhbeck
1. Projekttitel:
Religion digital
Internetangebote und andere digitale Informationsquellen für den katholischen Religionsunterricht in Bayern
2. Schule
Chiemgau-Gymnasium Traunstein
Unterrichtsfach: Kath. Religionslehre
Stufe K 12 und K 13
Projektleiter: Sebastian Schuhbeck; E-Mail:
3. Projektpaten
Telekom Niederlassung Traunstein
KNA
FOCUS
RPZ in München
4. Zielsetzung/Projektidee
Das Projekt soll dazu beitragen, dass für den Computereinsatz im Fach Religionslehre Hemmschwellen abgebaut werden. Dies soll geschehen durch Bereitstellung von einem Informationspool von Internetadressen, geeigneten CD-ROMs und didaktisch-methodischen Tipps und Strategien, die es den Kolleg(inn)en erleichtern sollen, den Computer als zusätzliches Medium im Unterricht einzusetzen.
5. Vorgehensweise
5.1 IuK-technische Ausstattung
Das Chiemgau-Gymnasium verfügt über einen Computerraum mit 15 Schülerarbeitsplätzen und einem Lehrer-PC; alle Arbeitsplätze haben Internetzugang, sind mit einem File-Server und einem Laser- sowie einem Tintenstrahldrucker verbunden. Ein Scanner befindet sich ebenfalls im Raum.
Für die Schüler steht ferner ein mit Hilfe InfoSCHUL-Geldern ausgestatteter Internetraum, mit zwei PCs, Laserdrucker und einem Scanner. Dieser Raum kann von den Schülern zu den üblichen Öffnungszeiten der Schule kostenlos benutzt werden; auch für Ausdrucke werden keine Gebühren erhoben. Sowohl die Kosten für Toner und Papier halten sich in Grenzen und werden von der Schule getragen
Ein weiterer Multimedia-PC steht in der Bibliothek; dieser wurde ebenfalls mit InfoSCHUL-Geldern angeschafft, um den Schülern (und Lehrern) einen rascheren Zugang zu den im Rahmen von InfoSCHUL gekauften und in der Bibliothek verwalteten CD-ROMs zu ermöglichen. Auch dieser Rechner hat einen Internetanschluss und kann von Schülern und Lehrern zu den Öffnungszeiten der Bibliothek benutzt werden.
5.2 Methodisches Vorgehen
5.2.1 Die Arbeit im Rahmen des laufenden Unterrichts
Der Projektablauf beinhaltete folgende Schritte:
1. Zu Beginn des Schuljahres: Einteilung des Lehrplans für Kath. Religionslehre in der 13. Jahrgangsstufe in einzelne Referatsthemen durch den Projektleiter.
2. Diese Referatsthemen, die zusammen gesehen also den Lehrplan in der K 13 abdecken, mussten nun von den Schülern schriftlich bearbeitet (Handout) und dem Kursleiter als Word-Dokument in Diskettenform bzw. per E-Mail übergeben werden.
3. Jeder Schüler musste zwei Themen ausarbeiten: Ein Thema als komplettes Referat samt Handout und verwendeten Internetadressen und ein Thema als Thesenpapier (Handout), das jedoch nur als Kurzreferat vorgetragen werden musste. Auf diese Weise konnte jede Schülerleistung auch benotet werden.
4. Einarbeitungsphase: Zu Projektbeginn war eine Einarbeitungsphase (Internetrecherche, Erstellen von Hyperlinks) nötig, um zu gewährleisten, dass auch ungeübte Schüler die technisch-handwerklichen Mindestanforderungen erfüllen können.
5. In einem letzten Schritt wurden alle Dateien der Handouts auf dem Server gespeichert, mit dem „Inhaltsverzeichnis“ (d.h. der Seite mit den Referatsthemen) und auch - soweit sinnvoll - untereinander und mit Internetangeboten - verlinkt.
6. Dieses Hypertextprojekt wurde schließlich in das Internet gestellt, um damit eine möglichst große Breitenwirkung zu erreichen.
5.2.2 Beurteilung der Umsetzbarkeit
Das Projekt war insofern leicht in den regulären Unterricht zu integrieren, als es auch dann realisiert werden kann, wenn der Computer im Wesentlichen außerhalb der Unterrichtszeit eingesetzt wird. Das Abhalten von (Kurz-) Referaten belastet den Unterrichtsbetrieb ohnehin nicht. Die Grundkonzeption des Projekts war aus der Erfahrung zahlreicher von mir durchgeführter Fortbildungsveranstaltungen erwachsen, in der Kolleg(inn)en immer wieder auf eine ausgesprochen heterogene technische Ausstattung und einen unterschiedlich guten Zugang zu Internetangeboten an ihren Schulen hinwiesen. Ziel dieses Hypertextprojektes war eine möglichst niederschwellige technische Grundanforderung (im Prinzip reicht ein internetfähiger PC, der allerdings den Schülern auch in deren Freizeit zur Verfügung stehen muss), so dass grundsätzlich jeder interessierte Kollege zum „Nachbau“ dieses Modells ermuntert werden kann. Gleichzeitig bietet es für engagierte Kollegen mit sehr guten technischen Rahmenbedingungen gleichwohl die Möglichkeit zur Weiterarbeit am Projekt ohne den eingeschlagenen Weg ändern zu müssen.
Das Grundkonzept des Projekts ermöglicht eine beliebig hohe Steigerung der Komplexität des Gesamtergebnisses durch
1. Erhöhung des Anteils an Internetrecherche zur Gewinnung zusätzlicher Links zum jeweiligen Thema.
2. Speichern von gefundenem Material auf dem Intranet, um es auch für den Fall verfügbar zu haben, dass die Internetadressen sich ändern sollten.
3. Hinzufügen von eigenem weiterführenden bzw. didaktischen Material zu den Webangeboten: Arbeitsblätter mit Verständnisfragen und diversen Tests (Lückentests, Multiple-Choice, Zuordnungsaufgaben). Dem Medium Computer angemessen wäre es natürlich, solche Aufgaben in digitaler Form und interaktiv anzubieten, statt sie nur als Hardcopy für einen Ausdruck zu konzipieren.
5.2.3 Tätigkeiten zur Multiplikation der Projektergebnisse
Sowohl mein Kollege, Herr Neumann als auch ich führen als Landesbeauftragte für unsere Fächer überregionale Fortbildungen in ganz Bayern durch; wir schreiben außerdem für Fachpublikationen (z.B. Zeitschrift BUS) - eine Multiplikation von Projektergebnissen ist daher auch auf diesem Weg gewährleistet.
Bibliographie:
www..schuhbeck.info/bibliographie.htm
Fortbildungen und sonstige Tätigkeiten zur Multiplikation:
schuhbeck.info/projekte.htm5.3 Lehrplanbezug
Nachdem die Zielsetzung ohnehin darin bestand, eine möglichst eng am Lehrplan orientierte Link- bzw. Materialsammlung zu erstellen, ist der Lehrplanbezug voll gegeben.
5.4 Benotung der erbrachten Leistungen
5.4.1 Benotung der Referate als Unterrichtsbeitrag
Die Schülerbeiträge waren entweder als Vollreferat (10-15 Minuten) oder aber als Kurzreferat (3-5 Minuten) in den Unterricht einzubringen. Sie wurden nach den üblichen Standards benotet (fachlich-inhaltliche Komponente, Vortrag, Strukturierung, Anschaulichkeit etc.).
5.4.2 Keine Benotung der „Feinarbeit“
Da jedes Referat gleichzeitig auch als Handout auf Diskette oder per E-Mail an den Lehrer vorzulegen war, konnte dann die Weiterbearbeitung (Herstellen von Links innerhalb der Referate bzw. ins WWW) vorgenommen werden. Dies geschah z.T. in Partner- bzw. Kleingruppenarbeit, die nicht benotet wurde. Es entstand dadurch jedoch auch kein „Noten-Engpass“ für den Lehrer, weil diese Phase gegen Ende des Schuljahres und damit in die Zeit nach Notenschluss fiel. Im Gegenteil: Durch diese Feinarbeit am eigenen Projekt war ein gewisser Schub an intrinsischer Motivation seitens der Kollegiaten zu beobachten, der für die letzten Stunden eines Schuljahres sonst eher untypisch ist.
6. Ergebnisse
6.1 Erstellte Materialien
6.1.1 Handreichung „Schulen am Netz - und dann?“
Als Mitglied des „Arbeitskreises Neue Medien“ bei der Zentralstelle Bildung der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn habe ich an einer Handreichung mitgewirkt, die an alle ca. 1.300 katholischen Schulen in der Bundesrepublik kostenlos verschickt wurde und auch von anderen Schulen kostenlos angefordert werden kann. Die Publikation befasst sich schwerpunktmäßig mit den mediendidaktischen Komponenten der Internetnutzung in verschiedenen Fächern.
Bibliografische Angaben:
Schulen am Netz - und dann?
Pädagogische Anregungen zum Interneteinsatz in der Schule
6.1.2 Handreichung „Zum Einsatz des Internet im Religionsunterricht“
Das RPZ in München, unser Projektpartner, hat eine Handreichung veröffentlicht, die zum Teil multimediadidaktische und methodische Fragestellungen aus dem Projekt direkt aufgreift und deren Umsetzung beschreibt. Diese Handreichung wurde im Rahmen der üblichen Veröffentlichungen der Materialstelle an alle bayerischen Religionslehrer an Gymnasien verteilt und kann auch von Religionslehrern im gesamten Bundesgebiet über das RPZ bezogen werden. Die Publikation erfreut sich dem Vernehmen nach großer Beliebtheit.
Bibliografische Angaben:
Zum Einsatz des Internet im Religionsunterricht (mit CD-ROM)
Bezugsquellen:
Die Schulreferate der bayer. (Erz-)Diözesen z.B.
Materialstelle des Kath. Schulkommissariats
Schrammerstr. 3
80333 München
6.1.3 WWW-Angebot
Das Service-Angebot meiner Homepage (
www.religionslehre.de.vu ) konnte ich im Projektzeitraum weiter ausbauen. Dieses Angebot beinhaltet z.B.- systematisierte WWW-Adressen
- didaktisch-methodische Konzepte zur Integration des Computers im Unterricht
- Übersicht über geeignete CD-ROMs
- Literaturempfehlungen
6.2 Fortbildungen
Sowohl mein Kollege, Herr Neumann als auch ich führen als Landesbeauftragte für unsere Fächer überregionale Fortbildungen in ganz Bayern durch; wir schreiben außerdem für Fachpublikationen (z.B. Zeitschrift BUS) - eine Multiplikation von Projektergebnissen ist daher auch auf diesem Weg gewährleistet.
www..schuhbeck.info/projekte.htm
6.3 Verfügbarkeit und Schultauglichkeit vorhandener Materialien
Innerhalb der Arbeit im Modellprojekt InfoSCHUL konnte der Projektleiter zahlreiche einschlägige CD-ROMs für die Schule erwerben und hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit im bzw. für den Unterricht evaluieren. Die Sammlung geeigneter CD-ROMs befindet sich auf meiner Homepage:
www..schuhbeck.info/cd_roms.htm
Ebenso eine Übersicht über einschlägige Literatur zur Thematik Internet im Religionsunterricht:
schuhbeck.info/literatur.htm
6.4 Kontinuitätssicherung
Eine schulinterne Lehrerfortbildung zur Thematik stieß auf reges Interesse und Beteiligung. Die CD-ROMs werden in der Bibliothek wie andere Medien für Schüler und Lehrer ausleihbar.
Des weiteren wurden von Projektgeldern Fachbücher und Computerzeitschriften für die Schulbibliothek angeschafft, die sowohl für Lehrer als auch Schüler aktuelles „Knowledge-on-demand“ darstellen.
Durch überregionale Fortbildungen, Vorträge auf Kongressen, Veröffentlichungen in Printmedien und Onlinepublikationen werden die Projektergebnisse mit interessierten Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Schule geteilt (s. Punkt 6.2).
6.5 Fachmailingliste Religionsunterricht
Am 3. Oktober 1999 gründete ich die „Fachmailingliste Religionsunterricht“ (derzeit ca. 460 Mitglieder), die von mir moderiert und auch weiterhin mit Informationen zur Thematik Computer im Religionsunterricht versorgt wird. Die Mailingliste erfreut sich eines stetig wachsenden Zuspruchs; auch ohne „Werbung“ steigt kontinuierlich die Zahl der Mitglieder offensichtlich durch Mundpropaganda zufriedener Teilnehmer.
http://de.groups.yahoo.com/group/religionsunterricht/